• Slide 1

    Perfektion und Ästhetik
    in Aluminium

Informationen zum Großbrand

1. Brand bei SAM automotive in Böhmenkirch, OT Heidhöfe



Fläche: Betroffen vom Großbrand am 10. März 2018 war eine insgesamt 5.600 Quadratmeter große Produktionshalle mit einer Galvanisierungsanlage. Eine Fläche von rund 500 Quadratmetern wurde komplett zerstört. Durch bauliche Brandschutzmaßnahmen konzentrierte sich der Hauptschaden auf den Bereich der Galvanisierungsanlage. Es ist niemand verletzt worden. Nach der Löschung des Brandes ging von der Unfallstelle keine unmittelbare Gefahr mehr für die Anwohner aus.


2. Ursache



Die Ursache für den Brand ist bisher nicht bekannt. Menschliches Versagen spielte nach ersten Erkenntnissen keine Rolle. Die Untersuchungen zur Unfallursache dauern an, die Gutachter arbeiten noch auf dem Gelände. Mit einem zeitnahen Abschluss der Ermittlungen ist nicht zu rechnen.


3. Umwelt



Beim Verbrennen der Kunststoff-Tauchbecken der Galvanik entstand eine erhebliche Rauchentwicklung. Die in den Becken befindlichen Eloxierbäder liefen aus und vermischten sich mit dem Löschwasser. In der abgebrannten Anodisieranlage waren rund 213 Kubikmeter Spülwasser, rund 73 Kubikmeter verdünnte Schwefelsäure, rund 24 Kubikmeter verdünnte Natronlauge, rund 32 Kubikmeter konzentriertes Phosphorsäure/Schwefelsäuregemisch und rund 18 Kubikmeter Waschflüssigkeit im Gebrauch. Auch ein Galvanikbad mit leicht nickelhaltigem Inhalt war betroffen.

Ein Teil des Gemisches wurde im dafür vorgesehenen abgedichteten Keller aufgefangen. Einen Teil des Löschwassers konnte die Feuerwehr auffangen, in Spezialfahrzeuge pumpen und abtransportieren. Ein weiterer Teil floss in Regenwasseranlagen. Einige dieser Becken sind zum Boden hin abgedichtet, einige als Versickerungsanlagen konzipiert. Ein weiterer Teil konnte nicht aufgefangen werden und floss ins freie Gelände und versickerte dort. Ein Teil landete in einem Abwasserkanal.

In die Regenwasserbecken wurde umgehend Kalk eingebracht und die Flüssigkeit damit neutralisiert. Der dadurch entstehende Gips setzte sich ab und dichtete die Becken zum Boden hin teilweise ab. Nach der Neutralisierung pumpte die damit beauftragte Spezialfirma das Löschwasser in Container. Nach umfassender Untersuchung der Schadstoffe werden diese Flüssigkeiten vorschriftsmäßig entsorgt.

Der Inhalt der Regenwasseranlagen wird ausgebaggert und ebenfalls entsorgt. Im Anschluss werden die Becken saniert. Die Planung dafür ist abgeschlossen, die Umsetzung hat begonnen.

Der Abwasserkanal der Gemeinde wurde gespült, Verschmutzungen wurden entfernt. Dort, wo das Löschwassergemisch versickert ist, wird das Wasser durch bis zu 3 Meter dicke Lehmschichten gefiltert. Nach Einschätzung der Umweltexperten besteht auf Grund der Bodenbeschaffenheit keine Gefahr für das Grundwasser. Die für das Trinkwasser relevante Rohwasserqualität wird in kurzen Intervallen auf Schwermetalle untersucht. Verunreinigungen konnten nicht festgestellt werden.


4. Kontaminiertes Wasser auf landwirtschaftlichen Flächen



Dass für diesen Großbrand so viel Löschwasser benötigt wurde, war weder vorherzusehen, noch einzuplanen. Direkt nach Beginn der Löscharbeiten konnte noch nicht gleich alles Löschwasser aufgefangen werden. Es floss vom Hof und erreichte landwirtschaftliche Flächen. Diese werden untersucht und wieder in Ordnung gebracht.


5. Bodenproben



Bereits am Tag nach dem Brand (Sonntag) war ein Chemiker für erste Analysen vor Ort. Am Montag nach dem Brand wurde ein geologisches Ingenieurbüro beauftragt, das am Nachmittag vor Ort  war, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Es wurden erste Proben gezogen, die Analyse dauert bis zu 14 Tage.
SAM hat das Vorgehen mit allen relevanten Ämtern abgestimmt, die Probenentnahmen wurden vom Regierungspräsidium und Landratsamt angeordnet. Als Verursacher wurde SAM verpflichtet, einen vereidigten Sachverständigen zu beauftragen. Die Ergebnisse der von der SAM beauftragten Bodenproben stehen allen Behörden vollumfänglich zur Verfügung.


6. Notfallkonzept



SAM Automotive war für den Unglücksfall bestmöglich aufgestellt. Die betroffene Produktionshalle erfüllte alle Sicherheits- und Brandschutzauflagen. Alle Mitarbeiter konnten zeitnah in Sicherheit gebracht werden. Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgte binnen kürzester Zeit. Die Anodisieranlage wurde 2007 von Regierungspräsidium im Rahmen einer bundes-immissionschutzrechtlichen Genehmigung BImSchG genehmigt. Eine solche BImSchG enthält verbindlich ein Brandschutzkonzept und ein Störfallkonzept.


7. Anwohner-Information



Aufgrund der Rauchentwicklung baten Polizei und Feuerwehr die Anwohner zunächst, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach dem Löschen des Brandes bestand keine weitere Gefahr für die Anwohner.

Aufgrund der vielen Fragen zur Entsorgung des Löschwassers lädt die SAM automotive Group die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils Heidhöfe am Mittwoch, den 28.3.2018, um 17:30 Uhr zu einer Bürgerversammlung in das Rathaus in Böhmenkirch ein. SAM ist an einem komplett transparenten Informationsfluss mit der Gemeinde, allen Behörden und den Anwohnern interessiert und wird zu einer lückenlosen Aufklärung beitragen. Wenn es neue Erkenntnisse gibt, werden diese auch öffentlich gemacht.